Heute feiert die Schweiz laut dem Nationalmythos ihren 717. Jahrestag. Im Jahre 1291 sollen Abgesandte der 3 Urkantone Uri, Schwyz und Unterwalden auf einer abgelegenen Almwiese, dem Rütli die Eidgenossenschaft gegründet haben. Der Rütli-Schwur galt als Schutz-und Trutzbündnis.Die Idee, das Jahr 1291 als Gründungsjahr der Eidgenossenschaft und den ersten August als Nationalfeiertag festzulegen, ging auf die Initiative der Berner zurück. In Bern wollte man 1891 das 700-jährige Bestehen der Stadt feiern. Die Verbindung mit einer 600-Jahr-Feier der Eidgenossenschaft kam ihnen sehr gelegen. Im Bericht, den das Departement des Innern am 21. November 1889 für den Bundesrat verfasste, war auch tatsächlich eine zweitägige Feier in Bern vorgesehen, nicht etwa in der Innerschweiz.
Für die feierliche Begehung zieren des Schweizers Zuhause Schweizer-, Kantons- oder Gemeindefahnen. Öffentliche Gebäude und Plätze, sowie Strässenzüge werden von der Gemeinde beflaggt, was meist sogar gesetzlich vorgeschrieben ist.
Am Nachmittag oder Abend des 31. Juli oder des 1. August finden vielerorts 1. August-Feiern statt. Es gibt Höhenfeuer und Feuerwerke. Schweizweit läuten alle Glocken um 20 Uhr für 15 Minuten. Die Schweizer Nationalhymne (der Schweizer Psalm) wird gesungen. Und auf dem berühmt berüchtigeten Rütli wird die Ansprache des Bundespräsidenten abgehalten.
Die Schweizer Nationalhymne
Trittst im Morgenrot daher,
Seh’ ich dich im Strahlenmeer,
Dich, du Hocherhabener, Herrlicher!
Wenn der Alpenfirn sich rötet,
Betet, freie Schweizer, betet!
Eure fromme Seele ahnt
Eure fromme Seele ahnt
Gott im hehren Vaterland,
Gott, den Herrn, im hehren Vaterland.
Seh’ ich dich im Strahlenmeer,
Dich, du Hocherhabener, Herrlicher!
Wenn der Alpenfirn sich rötet,
Betet, freie Schweizer, betet!
Eure fromme Seele ahnt
Eure fromme Seele ahnt
Gott im hehren Vaterland,
Gott, den Herrn, im hehren Vaterland.
Kommst im Abendglühn daher,
Find’ ich dich im Sternenheer,
Dich, du Menschenfreundlicher, Liebender!
In des Himmels lichten Räumen
Kann ich froh und selig träumen!
Denn die fromme Seele ahnt
Denn die fromme Seele ahnt
Gott im hehren Vaterland,
Gott, den Herrn, im hehren Vaterland.
Ziehst im Nebelflor daher,
Such’ ich dich im Wolkenmeer,
Dich, du Unergründlicher, Ewiger!
Aus dem grauen Luftgebilde
Tritt die Sonne klar und milde,
Und die fromme Seele ahnt
Und die fromme Seele ahnt
Gott im hehren Vaterland,
Gott, den Herrn, im hehren Vaterland.
Fährst im wilden Sturm daher,
Bist du selbst uns Hort und Wehr,
Du, allmächtig Waltender, Rettender!
In Gewitternacht und Grauen
Lasst uns kindlich ihm vertrauen!
Ja, die fromme Seele ahnt,
Ja, die fromme Seele ahnt,
Gott im hehren Vaterland,
Gott, den Herrn, im hehren Vaterland.
Bist du selbst uns Hort und Wehr,
Du, allmächtig Waltender, Rettender!
In Gewitternacht und Grauen
Lasst uns kindlich ihm vertrauen!
Ja, die fromme Seele ahnt,
Ja, die fromme Seele ahnt,
Gott im hehren Vaterland,
Gott, den Herrn, im hehren Vaterland.
Komponiert von Alberich Zwyssig, einem Zisterziensermönch zu einem Text von Leonhard Widmer. Der Text der Hymne findet sich im Gesangbuch der Evangelisch-reformierten Kirchen der deutschsprachigen Schweiz, sowie im katholischen Kirchengesangbuch.


