Freitag, 2. Mai 2008

Christival Tag 3

Ein Morgen mit den selben Sorgen. Wird das Wasser warm sein? Ich bin 15 Minuten früher da, und siehe da, es hat nicht so viele Kaltphasen wie am Tag zuvor.

Wortwechsel heute wieder im AWD-Dome: Jesus- der Weinstock. Dieter Braun teilt mit uns seine Gedanken.

Sonne tanken und was essen lässt sich heute gut kombinieren, die Sonne strahlt vom Himmel, kaum zu glauben, das es laut den Wettervorhersagen nass sein sollte und zwar richtig.

Wieder auf der MMM: Ein tolles Projekt Gib der Bibel deine Stimme. Man liest Bibeltexte ein, die dann als Hörbibel im Internet verfügbar sein werden. Klasse Sache, und einer meiner Lieblingspsalmen ist auch noch frei, da fällt die Wahl nicht wirklich schwer. Hier ist "mein" Psalm 69.

Die Zeit läuft und ich mache mich auf den Weg zum AWD-Dome, wo die Vorbereitungen für den Gruss in die Stadt laufen. Roland Werner und die Mitarbeiter teilen die versammelte Menge für die Gemeinden in Bremen auf. Jede Gemeinde hat Verteilhefte, die wir in bestimmten Strassenzügen an der Tür veschenken dürfen, und unsern Dank für die gastfreundliche Stadt an die Bremer weitergeben dürfen. Ausserdem laden wir zum grossen Abschlussgottesdienst ein. Vielleicht wechselt man auch ein paar Worte mehr.

Eigentlich entspricht so was überhaupt nicht meiner Art. Aber die Erinnerungen an das letzte Christival, mit einer ähnlichen Aktion, und die Möglichkeit über mich hinauszuwachsen, lassen den Mut der Angst überwiegen.

Also begebe ich mich zu der Ausgabestelle der Zeitschriften. Nun ist Gruppenbildung angesagt, und ich lande mit zwei männlichen Wesen in einer solchen. Wir machen uns auf den Weg, und stellen uns kurz vor. Nach wenigen Momenten müssen wir herzlich lachen, denn Thomas, einer von den beiden arbeitet seit kurzem in „meinem“ Pfälzer Verband als Prediger.

Es gibt so viele Momente des Staunens und der Freude, wo mich Gott einfach überrascht.

Inzwischen trifft der vorhergesagte Regen doch ein. Wir sind in einer Reihenhaussiedlung angelangt, und beginnen strassenweise mit unserer Aktion. Es ist gewaltig, welcher Nervenkitzel vom Klingeln bis zum Türöffnen entsteht. Überwiegend gestresste, uninteressierte, ablehnende Menschen öffnen mir, um mich möglichst schnell abzuwimmeln. Einige wenige nehmen die kostenlose Zeitschrift. Ein älterer Mann öffnet mir, er wirkt etwas verunsichert, hört sich meine Worte an, und meint dann, nachdem ich die Einladung zum Gottesdienst ausgesprochen habe, dass er sehr zurückgezogen lebe, und keinen Kontakt zu anderen Menschen haben möchte, sowas rege ihn nur unnötig auf. Ich verabschiede ihn freundlich, wie alle anderen auch und wünsche ihm Gottes Segen, während ich denken muss: „was für ein armer Mensch“.

Zwischendurch einige Lichtblicke, eine Frau mittleren Alters, die ein bisschen mehr wissen will, und eine, die selbst in eine Gemeinde geht. Ein Mann der in seiner Garage hantiert und uns von weitem beobachtet, und in Erzähllaune ist. „Ich bin Freidenker“ sagt er von sich, und meint, das Menschen wie er in der Kirche keinen Platz haben, wir kommen ins Gespräch und ich kann ihm vermitteln, das für jeden Platz ist und lade ihn zum Abschlussgottesdienst ein. Er wäre gern gekommen, meint er freundlich, nur leider sei er am Sonntag nicht mehr in Bremen. Ich ziehe weiter, nicht ohne ihm noch den Tipp zu geben, das es Gemeinden in seiner Nähe gäbe, die sich über seinen Besuch freuen würden.

Endlich, mit leichter Verspätung, treffe ich mich auf eine Apfelschorle zum „Date“ mit Marco auf der MMM. Trotz dass nur wenig Zeit ist, wollen wir uns doch noch ein wenig im realen Leben kennenlernen. Die spannende Sache, die manch vermeintlich virtueller Freundschaft das Genick bricht. Stichwort Echtheit. Die Zeit ist schnell um, und aus der virtuellen ist eine reale Freundschaft geworden.

...weiteres folgt

Donnerstag, 1. Mai 2008

Christival Tag 2

Nach einer kurzen aber extrem erholsamen Nacht mache ich mich klar für den Christival-Tag Nummer 2. Es beginnt mit der Expedition zur Dusche, die sich nach erfolgreicher Suche in einer der Turnhallen quer über dem Schulhof befindet. Das ganze ist eigentlich keine so schlimme Sache, vorrausgesetzt, das Wasser ist durchgehend warm. Doch es ist wie Lotto spielen, ich habe etwas Glück und bekomme noch mal für einen kurzen Moment warmes Wasser. Nach einem zweckmässigen Frühstück starten wir via Tram wieder zum Christival. Wortwechsel steht an, die Konstanzer Mädels und ich lassen uns im AWD-Dome von Christina Brudereck auf den Tag einstimmen. Jesus- die Tür ist heute das Thema.

Danach heisst es für mich nix wie ab zur MMM- für die einen die Messe missionarischer Möglichkeiten, und für mich der Ort um Freunden zu begegnen.

Ich bin neugierig, wer mir alles über den Weg laufen wird. Schwupps läuft mir schon der Rolf, ein Student aus meiner Bibelschulzeit über den Weg. Weiter geht’s vorbei am Chrischona-Stand, an dem ich aber keine Bekannten entdecke. So noch einmal um die Ecke und ich stehe vor dem HCJB-Stand, hinter dem ich sofort Marco identifizieren kann. Nach 5 Jahren virtueller Freundschaft, vielen Aufs und Abs im Leben eines jeden, sehen wir uns das erste Mal. Ich lerne Marcos „bessere Hälfte“ kennen. Nach viel Mitbeten und Mitfiebern für die Beiden ist es für mich ein ganz besonderes Treffen.

Schnell, zu schnell ist die Zeit um und ich muss los, denn die Seminare warten. Mein erstes geht um Kreativen und verantwortlichen Umgang mit dem Computer. Fazit: na ja, die Gefahren des Internets kenn ich, und ich hätte mir mehr zu meinem Lieblingsthema Kreativität erwartet.

Nun gut, weiter geht’s zum Seminar Anbetungszeit im Jugend- und Hauskreis. Ich stelle fest, das das was man „schnell“ als Lobpreis formuliert, eigentlich oft nicht mehr ist als ein Wunschkonzert. Ich verstehe, das Lobpreis mehr Bedeutung braucht, und auch vorbereitet werden will (Lieder sollten von der Begleitung her „sitzen“). Das zu Lobpreis nicht nur Singen gehört sondern auch Texte, Gebete und Stille. Das man auch mal ganz bewusst die Bilder der Lieder betrachten kann. Denn Lobpreis soll zu Gott hinführen, das ich in das Lob einstimmen kann.

Zurück auf dem Christivalgelände begegne ich dem neuen Jugendreferenten aus der Pfalz, der als „Türsteher“ seinen Dienst tut.

Das Ü(F)Eier steht am Abend als Festival auf dem Programm. Ich komme in die Halle rein und werde ausgerufen, da war ich war erst mal baff. Ich werde gefragt wo ich denn herkomme, und werde daraufhin als einer der weitgereisten Teilnehmer vorgestellt. An diesem Abend werden noch mehr Leute vorgestellt, querbeet, und ich bin nicht allein. Es drehte sich alles um ein verrücktes Huhn, das ständig ein grosses Ei und Schokobons in die Menge wirft. Ein Abend mit verrückten Gruppenspielen, Bobbycar-Rennen, und einem knackigen Input.

Danach überreden mich Alisa und Silvia noch mit zum AdK/ Crushead-Konzert zu kommen. So müde wie ich aber bin, halte ich nicht bis zum Schluss durch, und mache mich früher auf den Weg zu meiner geliebten Thermarest (danke Ferdi!). Am Bahnhof angekommen wimmelt es nur so von Sicherheitskräften, der Durchgang ist gesperrt und wir müssen um den Bahnhof herum laufen, da drinnen Flaschen fliegen und sich Linke und Neonazis duellieren.

In der Tram geht derweil die Post ab, Gesang von vorne bis hinten, von dem sich auch manch ein Strassenbahnfahrer anstecken lässt.